Wanne-Eickel-Historie


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Cranger Mühle

Gebäude

Cranger Mühle


Am 20. März 1666 erhielt Melchior Ernst von Rump vom "Großen Kurfürst" die Erlaubnis, in Crange eine Wind- oder Wassermühle zu bauen. Urkundlich wurde bestimmt, dass das Haus Crange wie die im Bezirk der Freiheit Crange vorhandenen Häuser und Hausgesinde, auch welche darin noch künftig kommen werden, hier ihr Korn zu mahlen und keinem anderen Mühlzwang zu unterliegen.

Der 30jährige Krieg machte dieser Bauernfreiheit 1638 ein Ende. Die Strünkeder hatten den Crangern einen Nachlass von der Brandschatzung erwirkt und dafür Mühlzwang auf Strünkede erhalten. Alle Einsprüche der Cranger scheitern zunächst.

Im Jahre 1710 entschied das Gericht in Duisburg, dass die Cranger weiter in Strünkede mahlen lassen müssen. Der Freiherr von Rump appellierte an das Gericht in Lüdenscheid, das am 7. Mai 1716 das Urteil nochmals bestätigte. Drei Jahre später im Jahre 1719 einigten sich die Strünkeder mit den Crangern. Gegen eine Entschädigung verzichteten die Strünkeder auf ihr Recht und in Crange durfte wieder gemahlen werden.

Die Cranger Kornmühle wurde später verpachtet. Von 1761 bis 1853 hatte die Familie Albrink die Mühle in Pacht. Spätere Pächter waren Sauer, Hestermann und Dröghoff. Im Jahre 1851 musste die Mühle erneuert werden. Im Jahre 1894 wird der Betrieb, auf Grund von starken Bodensenkungen, eingestellt. Für eine viertel Millionen Reichsmark wurde die Cranger Mühle an die Harpener Bergbau-Gesellschaft verkauft, um die Bodensenkungen auszugleichen. Die letzten Pächter der Cranger Mühle, die Gebrüder Dröghoff bauten später an der Ecke Hauptstraße und Wilhelmstraße das Hotel "Westfälischer Hof", wo sich im Hof eine Dampfmühle befand, die nach wenigen Jahren nachts durch ein Feuer zerstört wurde.


Gemeinde Karte von Crange aus dem Jahre 1824.

Die Bilder aus den Jahren 1900 und 1905 zeigen den Zustand der Mühle von 1851. Die Mühle besaß zwei Räder von 6 Meter Höhe. Das eine Rad versorgte die Kornmühle, geteilt in drei Mahlgänge, für Weizenmehl, Roggenmehl und Gerste um Graupen (Schellegiäste) herstellen zu können. Das zweite Rad war die Ölmühle. Sie stand meistens unbenutzt, da der erwartete Raps auf der Cranger Heide nicht gedieh. Sie wurde im Jahre 1869 in einer Sägemühle mit Gatter und Kreissäge umgebaut und war somit bei dem Holzreichtum des Hertener Waldes rentabel.

Blick auf die Cranger Mühle um 1900.

Pferdemarkt vor der Cranger Mühle um 1905.

Die Cranger Mühle bestand aus drei zweieinhalb-geschossigen Fachwerkhäusern, von denen zwei auf der Nordseite der Emscher standen, eins auf der Südseite des Flusses. Ein Steg verband die Hausgruppe. Die Mühle stand im südwestlichen Zipfel des heutigen Schwing Geländes, etwa 70 Meter südlich von Haus Crange.

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Quellennachweis:
Hegler, Gustav: Eickel-Wanne einst und jetzt, Siegen 1903.
Adressbuch für die Ämter Wanne und Eickel, 1906. Amtsblatt-Druckerei, Wanne.
Rodenbeck, Dietrich: Manuskript zum Thema, Heimatgeschichte unserer Stadt. Wanne-Eickel, Ostern 1950.

Bildnachweis:
Sammlung Heinrich Lührig.


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