Wanne-Eickel-Historie


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Bahnstation Röhlinghausen

Bahnhöfe

Bahnstation Röhlinghausen in Westfalen


Im Jahre 1893 wurde an der Strecke 233 Wanne-Bochum der bescheidene Bahnhof Röhlinghausen für den Personenverkehr eröffnet. Die Bahnstrecke hatte eine Länge von 9,4 Kilometer. Die Bahnstation lag in Röhlinghausen an der Bahnhofstraße, der heutigen Albert-Kelterbaum-Straße. Im oberen Stockwerk des Bahnhofgebäudes wohnte der Bahnhofvorsteher, der auch als Schrankenwärter tätig war. Im Anbau auf der rechten Seite des Bahnhofs war die Gepäckaufbewahrung mit dem Eilgut untergebracht. Im Haupthaus ging es hinter dem Eingang rechts zur Fahrkartenausgabe und links zum Bahnhofsrestaurant. Der Bahnsteig war mit Asche ausgelegt, eine Überdachung gab es nicht. 3.600 Röhlinghauser Einwohner profitierten im Eröffnungsjahr 1893 von der Verbindung zwischen Wanne und Bochum-Nord.

Eine Lithographie aus dem Jahre 1899 zeigt die erste Bahnstation Röhlinghausen in Höhe der Restauration "Zur Bahn" von Heinrich Horstmann, heute Königsgruber Straße 15.

Der Bahnhof Röhlinghausen an der Bahnhofstraße, heute Albert-Kelterbaum-Straße, um 1910 links im Bild, und um 1936 rechts im Bild.

Im Jahre 1913 verkehrten täglich 17 Zugpaare in beiden Richtungen. 1920 kostete eine Fahrt von Röhlinghausen nach Wanne 15 Pfennig. Für Hin- und Rückfahrt musste ein Billett zu 20 Pfennig bezahlt werden.

Die Bedeutung der Bahnstation Röhlinghausen spiegelt sich im Verkauf der Fahrkarten wie folgt wieder:


Jahr

Bahnstation Röhlinghausen

1903

86.881

1912

163.056

1913

177.749

1920

91.845

1921

159.861

1922

187.394

Hier ist zu beachten, dass die tatsächliche Verkehrsdichte eines Bahnhofs oft nicht nur aus der Zahl der verkauften Fahrkarten allein zu übersehen ist. Gerade bei Verkehrsknotenpunkten, die reiche Umsteigemöglichkeiten bieten, ist die Zahl der Personen auf ein mehrfaches des Fahrkartenverkaufs anzusetzen.

Der letzte Wirt vor der Zerstörung des Bahnhofs im Jahre 1944/45 hieß Alfons Henkel. Das Bahnhofsgebäude wurde nach dem Kriege nicht wieder aufgebaut. Nach der Kriegszerstörung beherbergte ein ausrangierter Güterwagen die Fahrkartenausgabe und das Dienstpersonal.


Der Bahnhof Röhlinghausen nach der Kriegszerstörung, um 1945.

Der Röhlinghauser Bahnhof im Jahre 1947 nach der Zerstörung. Zwei Güterwagen beherbergten das Bahnhofpersonal und den Fahrkartenschalter. Rechts im Bild das Läuterwerk.

Am 2. Dezember 1955 stellte die Bahnstation Röhlinghausen ihren Betrieb ein, der letzte Dieseltriebwagen befuhr die "Salzstrecke", wie man die Trasse Wanne-Röhlinghausen-Bochum auch nannte.

Der Bahnübergang Heinrichstraße, heute Edmund-Weber-Straße in Höhe der heutigen Albert-Kelterbaum-Straße, links im Bild um 1910. Die Gleisanlage war die Strecke 233 von Wanne nach Bochum. Heute ist dieser Gleisanschluß "tot".

Heute kann man nur noch an den Schottertrassen die frühere Streckenführung in Röhlinghausen und Hordel erkennen. Schienen und Schwellen wurden demontiert.

Die alte Brücke der ehemaligen Bahnstrecke 233, Röhlinghausen - Hordel, an der Stadtgrenze von Eickel nach Hordel. Sie wurde im Oktober 2013 abgebrochen und verfüllt.

Heute kann man nur noch an den Schottertrassen die frühere Streckenführung nach Hordel (links) und Röhlinghausen (rechts) erkennen. Schienen und Schwellen wurden demontiert.


Heute kann man noch den alten Bahnsteig und die Schottertrasse in Höhe der Edmund-Weber-Straße links und der Albert-Kelterbaum-Straße in Höhe der Hausnummern 7-9 rechts in Röhlinghausen erkennen. Die Aufnahmen wurden im März 2010 und Juli 2013 aufgenommen.

Wo sich einst das Bahnhofgebäude befand wurden Ende der 1960 Jahre Wohnhäuser der Deutschen Bundesbahn errichtet.


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Quellennachweis: Hegler, Gustav: Eickel-Wanne einst und jetzt, Siegen 1903, S. 28 ff. 50 Jahre Amt Wanne, Wanne 1925, S 28 ff. Lührig, Heinrich, Schmitz, Gerhard: Röhlinghausen Wanne-Eickel III, Geschichte und Geschichten aus einem Stadtteil der südlichen Emscherregion, Herne 1995, S. 135 ff.

Fotonachweis: Sammlung Heinrich Lührig.


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