Wanne-Eickel-Historie


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Bahnstation Hordel Eickel

Bahnhöfe

Bahnstation Hordel Eickel


Für Eickel öffnete sich im Jahre 1886 das Tor zum Ruhrgebiet. An der Strecke Wanne-Bochum wurde in diesem Jahr die Bahnstation Eickel für den Personenverkehr freigegeben. Die Bahntrasse befand sich Parallel zu den beiden Hauptstrecken der Köln-Mindener im Norden und der Bergisch-Märkischen im Süden.

Führte anfangs noch die Bahnstation die Bezeichnung Eickel, änderte sich dies schnell. Auf eine von Hordel gemachte Eingabe mit der Begründung, dass die Station auf Hordeler Boden liege, wurde die Benennung in Hordel-Eickel umgeändert.

Als Bahnhofsgebäude diente das Häuschen, das zuvor schon 40 Jahre lang in Oberhausen denselben Zweck erfüllt hatte. Mit nur wenigen Änderungen wurde es am Bahnhof Hordel-Eickel wieder aufgebaut und blieb dort weitere 40 Jahre in Betrieb.


Die Bahnstation Hordel - Eickel um 1900.

Für das endgültige "Aus" des alten Bahnhofgebäude waren der Bergbau, beziehungsweise dessen Folgeschäden verantwortlich. Wegen Bergsenkungen musste die gesamte Bahntrasse, die gleichzeitig die Grenze zwischen Hordel und Eickel markiert, höher gelegt werden. Rund 35 000 Tonnen Geröll wurden dazu von der Berghalde "Hannover" herbeigeschafft. Das alte Bahnhofsgebäude lag aber nun viel zu tief am Fuß des Damms und musste deshalb einem neuen Gebäude weichen.

Der Architekt ging dabei einen durchaus ungewöhnlichen Weg: Statt das neue Gebäude - wie fast immer üblich - parallel zur Bahnstrecke zu bauen, stellte er es quer. Grund dafür war die Ost-West-Richtung der Bahnlinie. Die Südsonne wäre nur dem Bahndamm und dem Bahnsteig zugute gekommen, nicht aber dem Haus, dessen zweite Längsfront nach Norden gelegen hätte. Durch das Drehen bekamen die Fronten nun aber Morgen- und Abendsonne. Auch in manch anderer Hinsicht hatte das Gebäude Besonderheiten vorzuweisen. So gab es keine Zentralheizung.

Die Tageszeitung schrieb 1926 hierzu:

"Dafür sind in den Räumen einzeln oder gemeinsam für 2 Räume Kachelöfen gesetzt worden. Kachelöfen sind etwas seltenes für Westfalen. Um diese Art der Raumbeheizung einmal weiteren Kreisen vor Augen zu führen, dazu waren die Öfen in einem Bahnhofsgebäude gerade das Rechte".

Außergewöhnlich auch der Zugang zu dem arkadenartig angelegten überdachten Bahnsteig:

Die Tageszeitung schrieb weiter:

"Gäste mit Wochen- und Monatsfahrkarten brauchten nicht erst durch die Schalterhalle zu gehen, sondern gelangen über die separate Außentreppe direkt auf die Bahnsteige".


Das neue Bahngebäude, im modernen architektonischen Still erbaut, wurde am 30. Juli 1926 in Betrieb genommen.

Die Bahnstation, die schon nach Eröffnung im Jahre 1886 ihre Bezeichnung ändern musste, erhielt 1948 die Bezeichnung Bahnstation Wanne-Eickel-Süd.












Das neue Bahngebäude, im modernen architektonischen Still erbaut, aufgenommen um 1936.

Im Jahre 1959 wurde der Personenverkehr auf der Strecke 233 eingestellt.

Als die Zechen Hannover und Hannibal geschlossen wurden, ging der Zugverkehr, der in den Spitzenzeiten täglich bis zu 80 Züge in beiden Richtungen - nicht mitgerechnet der gesamte Güterverkehr zwischen den Zechen, der überwiegend über diese Linie abgewickelt wurde, so drastisch zurück, dass er schließlich 1973 eingestellt wurde.

In den 1970er Jahren war immer mal wieder die Rede davon, die alte Salzstrecke (die mineralhaltigen Grubenwasser der Zechen zerstörten die Bahnschwellen, so dass sie häufig ausgewechselt werden mussten) wieder in Betrieb zu nehmen, aber es blieb bei der Überlegung.

Nach der Aufgabe der Strecke 233, wandelte die Bahn das Bahngebäude in ein Wohnhaus um. Der letzte Mieter des Gebäudes zog im März 2002 aus. Ein Jahr später wurde das Gebäude verkauft. Es wird heute von einem privaten Besitzer als Wohnhaus genutzt.


Das alte Bahnhofsgebäude wird heute als Wohnhaus genutzt, die Aufnahme entstand im Juli 2013.

Der arkadenartig angelegte überdachte Bahnsteig, sowie das Bahnhofsgebäude von der Magdeburger Straße aus gesehen.

Die ehemalige Bahnstrecke 233 an der Almastraße, hier verkehrten in Spitzenzeiten bis zu 80 Züge in beiden Richtungen.

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Quellennachweis: Hegler, Gustav: Eickel-Wanne einst und jetzt, Siegen 1903, S. 60 f. Bahnstation Hordel-Eickel im Spiegel der Presse, 1926, 2000. Lührig, Heinrich, Schmitz, Gerhard: Röhlinghausen Wanne-Eickel III., Geschichte und Geschichten aus einem Stadtteil der südlichen Emscherregion, Wanne-Eickel 1995, S. 135 ff.
Bildnachweis: Heinrich Lührig.


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