Wanne-Eickel-Historie


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Amtshaus Eickel

Gebäude

Das Amtshaus in Eickel


Die Geburtsstunde des Amtes Eickel erfolgte am 1. November 1891 als die Teilung in Amt Wanne (mit den Gemeinden Bickern, Crange und Röhlinghausen) und dem Amt Eickel (mit den Gemeinden Holsterhausen und Eickel) erfolgte. Das neue Amt Eickel hatte eine Größe von 973 Hektar und eine Einwohnerzahl von 11 456 Bürgern.

Die Diensträume des neuen Amtes Eickel wurden zunächst im Hause des Kaufmanns Otto Hahn, Kaiserstraße 21 (heute Hauptstraße) Ecke Burgstraße eingerichtet. Als erster Amtmann fungierte von Unger. Das Personal bestand aus einem Amtssekretär, einen Verwaltungssekretär, einen Amtsgehilfen und drei Lehrlingen.

Zum Bau eines neuen Amtshauses wurde im Jahre 1892 an der Bismarckstraße 7, der Richard-Wagner-Straße 5 ein 1 762 Quadratmeter großes Grundstück zum Kaufpreis von 18 000 Mark angekauft. Die Bauarbeiten begannen im März 1893, am 1. November 1893 konnte es bereits bezogen werden. Die feierliche Einweihung des Gebäudes erfolgte am 02. November 1893. Die Baukosten beliefen sich auf 68 000 Mark.


Blick auf das Eickeler Amtshaus von der Rainerstraße aus gesehen, um 1900.

Blick auf das Eickeler Amtshaus in Gegenrichtung, um 1900.

Am 31. Juli 1892 schied Amtmann von Unger aus seinem Amt aus. An seiner Stelle trat Amtmann Briese, der am 9. Juni 1897 verstarb. Am 1. Juli desselben Jahres trat Karl Berkermann die Stelle an. Im folgte im Jahre 1918 Dr. Maßmann.

Im neuen Amtshaus waren die Räume des Amtsmannes, der Spar- und Kommunalkasse, das Meldeamt, das Steueramt und das Standesamt untergebracht.

Infolge zunehmender Verwaltungsaufgaben reichten schon bald die Räume des neuen Amtshauses nicht mehr aus und die Amtsverwaltung kaufte 1899 den Erben des verstorbenen Sanitätsrats Dr. med. Rainer Schultz (
nach ihm wurde die Rainerstraße benannt) das anliegende Nebengebäude Bismarckstraße 9, später Richard-Wagner-Straße 7 für 57 500 Mark ab. Nach einigen Umbauarbeiten zogen am 1. Oktober 1900 das Büro für Armen- und Invaliditätsangelegenheiten, das Polizeibüro, die Bauverwaltung und das Büro für Militärangelegenheiten hier ein.

Blick in der Bismarckstraße, im Hintergrund die evangelische Kirche. Rechts vorne die Amtshausgebäude von Eickel, um 1898.

Blick in die Bismarckstraße in Richtung Rainerstraße. Links vorne die Amtshausgebäude, um 1922.

Blick in die Bismarckstraße in Gegenrichtung. Im Hintergrund die evangelische Kirche. Rechts vorne die Amtshausgebäude, um 1926.

Bei einem Großangriff am 12. September 1944 um 13.50 Uhr wurde die evangelische Johanneskirche durch Sprengbomben schwer getroffen (siehe auch: Die Geschichte der Johanneskirche in Eickel). Auch das Amtshaus wurde hierdurch beschädigt. Ein großer Bombentrichter befand sich an der Ecke Rainer- und Richard-Wagner-Straße. Ein dickes Leitungsrohr war getroffen, das Wasser quoll aus dem Trichter und floss im breiten Strom die Richard-Wagner-Straße hinunter in Richtung Amtshaus und Johanneskirche.

Anfang der 1950er Jahre wurde das Amtshaus wieder Instand gesetzt und erfüllte bis zu seinem Abriss im Jahre 1972 seinen Dienst. Auch das Verwaltungsgebäude wurde im Jahre 1973 im Zuge der Bautätigkeiten durch die Immobilien-Unternehmensgruppe Schettler, die auf dem Gelände das Eickel-Center errichtet, abgebrochen. Die Eröffnung des neuen Eickel-Center fand am 29. März 1973 statt.


Blick in die Richard-Wagner-Straße. Rechts vorne die Amtshausgebäude von Eickel, im Hintergrund die evangelische Kirche. Links am Bildrand das ehemalige Bauamt, heute das Vermessungs- und Katasteramt, Richard-Wagner-Straße 10, aufgenommen um 1956.



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Blick auf das Amtshaus II. (Verwaltungsgebäude) und die Neubauten des Eickel-Centrums, aufgenommen im Oktober 1972.

Foto: Walther Müller.

Quellennachweis:
Adressbuch für die Ämter Wanne und Eickel, 1906.
Hegler, Gustav: Aus der Väter Tagen, Bilder zur Heimatkunde von Eickel-Wanne, Wanne 1911.
Tagespresse: WAZ aus dem Jahre 1962.
Keinhorst, Hermann: Eickel vom Jahre 774 bis zur Neuzeit. Wanne-Eickel 1965.

Bildnachweis:
Sammlung Heinrich Lührig.



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