Wanne-Eickel-Historie


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Alfred Hufeld

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Der letzte Oberstadtdirektor der Stadt Wanne-Eickel - Alfred Hufeld


Alfred Hufeld wurde am 7. November 1910 in Halle an der Saale geboren. Er studierte in Berlin Rechts- und Staatswissenschaften, erlernt nach der Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft das Maurerhandwerk. Von 1950 bis Ende 1959 war er in der Gemeinde Geesthacht (Stadt des Kreises Herzogtum Lauenburg in Schleswig-Holstein) Stadtrat, Syndikus (Rechtsanwalt) und hauptamtlicher Bürgermeister der Gemeinde.

Oberstadtdirektor der Stadt Wanne-Eickel (1960-1975) Alfred Hufeld, aufgenommen im Jahre 1960.

Alfred Hufeld wechselte am 1. Januar 1960 als erster Oberstadtdirektor und Schuldezernent nach Wanne-Eickel. In seiner fast 15 -jährigen Amtszeit, zwischen 1960 und 1975 entstanden zehn neue Schulen in Wanne-Eickel, sechs wurden um mehr als das Doppelte erweitert; mit der Realschule II und der Schule für geistig Behinderte wurden zwei neue Schulsysteme eingeführt. Alle weiterführenden Schulen hatten eine Turnhalle, von neun Grundschulen hatten sechs ein Lehrschwimmbecken, fünf eine Gymnastikhalle. Allein die Gründung der Gesamtschule war gescheitert. Besonders eingesetzt hat sich Alfred Hufeld auch für das Westfälisch-Märkische Studieninstitut für kommunale Verwaltung in Dortmund, eine kommunale Weiterbildungseinrichtung.

Besondere Verdienste hat sich Alfred Hufeld bei der Zusammenführung der Städteehe Herne und Wanne-Eickel erworben, an denen er mitgewirkt hat. Der damalige NRW-Innenminister Willy Weyer (1917-1987), setzte Alfred Hufeld kommissarisch als Oberstadtdirektor der neuen Stadt Herne ein.

Im Oktober 1975 ging Alfred Hufeld im Alter von 65 Jahren in den verdienten Ruhestand. Nach seiner Pensionierung zog Hufeld mit seiner Frau Christiane zunächst in eine Wohnung am Scharpwinkelring. Im Oktober 1998 zog das Ehepaar Hufeld in das neueröffnete Elisa-Seniorenstift in Eickel. Am 25 Juli 2007 feiert die Eheleute Hufeld dort ihre eiserne Hochzeit.

Dass die Ehe nun schon eine so lange Zeit währte, führte das Paar auf ihr gemeinsames Sternzeichen zurück. Kennengelernt haben sie sich am 19. Januar 1935 in Folge eines "Versehens" auf einen Hausball in Halle an der Saale, so Hufeld.


Am 25 Juli 2007 feiert die Eheleute Hufeld im Elisa-Seniorenstift in Eickel ihre eiserne Hochzeit.

Bis ins hohe Alter von 99 Jahren war Alfred Hufeld ein gefragter Zeitzeuge und für seine Rhetorik bekannt - er konnte aus dem Stand eine ganze Gesellschaft unterhalten. In Herner Schulen war er ein gern gesehener Gast, wenn es darum ging, den Jugendlichen aus eigener Erfahrung von der Zeit des Zweiten Weltkrieges, von der Nazi-Diktatur und der Zeit des Aufbaus zu erzählen. Sein unglaubliches Wissen, und sein Gedächtnis waren phänomenal.

Filmnachmittag im Elisa-Seniorenstift in Eickel am 17. August 2004, von links nach rechts im Bild: Alfred Hufeld und Heinrich Lührig. Alfred Hufeld, als Zeitzeuge, hielt einen kurzweiligen informativen Vortrag über die Stadt Wanne-Eickel.

Am 23. Dezember 2009 ist Alfred Hufeld, der letzte Oberstadtdirektor der ehemaligen Stadt Wanne-Eickel im Alter von 99 Jahren in Eickel verstorben. Mit einem Wilhelm-Busch-Zitat: "Denn hinderlich, wie überall, ist hier der eigene Todesfall", verabschiedete er sich von dieser Welt.


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Quellennachweis:
Interview am 17. August 2004 mit Alfred Hufeld im Elisa-Seniorenstift in Eickel.
Tageszeitung aus dem Jahre 2002, 2008 und 2009.
Lauenburgische Landeszeitung vom 28. März 2013.

Bildnachweis:
Sammlung Heinrich Lührig.



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